Weiterentwicklung der Abschnittsführungsstellen im Berchtesgadener Land

04.03.2026
Feuerwehr Kreisbrandinspektion Katastrophenschutz
Ob Hochwasser, Schneekatastrophen oder großflächige Unwetterlagen: Die Anforderungen an die Koordination von Einsätzen bei sog. Flächenlagen sind in den vergangenen Jahren vor dem Hintergrund des Klimawandels stetig gestiegen. Um für die Zukunft noch besser gerüstet zu sein, bringen die Kreisbrandinspektion und das Landratsamt Berchtesgadener Land die drei Abschnittsführungsstellen (AFüSt) im Landkreis auf einen einheitlichen, modernen Stand.

Die Abschnittsführungsstellen BGL Nord (Ainring), BGL Mitte (Bad Reichenhall) und BGL Süd (Berchtesgaden) spielen eine essenzielle Rolle bei der Einsatzleitung bei Flächenlagen und besonderen Großeinsätzen im Landkreis. Damit das Personal im Ernstfall standortübergreifend und ohne Reibungsverluste zusammenarbeiten kann, wird aktuell massiv in die Vereinheitlichung investiert.

Einheitliche Technik und Strukturen

Das Landratsamt Berchtesgadener Land übernimmt als Aufwandsträger die Kosten für die technische Modernisierung. Ziel ist es, in allen drei Führungsstellen identische Voraussetzungen zu schaffen. Kreisbrandmeister Johannes Baumgartner, der in der Kreisbrandinspektion für die AFüSt im Landkreis verantwortlich ist, treibt dabei nicht nur die technische Ausstattung voran, sondern vereinheitlicht auch sämtliche Unterlagen, Verzeichnisse und Führungsmittel.

Wenn die Strukturen und die Technik überall gleich sind, kann das Personal einfacher an jedem Standort arbeiten. In einer Stresssituation zählt jede Sekunde – da darf keine Zeit verloren gehen durch unterschiedliche Strukturen, Ablaufe und Ausstattungen.

Ausbildung der „Führungsassistenten“ wieder gestartet

Parallel zur technischen Aufrüstung wurde die Ausbildung der Führungsassistenten wieder intensiviert. Diese speziell ausgebildeten, erfahrenen Führungskräfte aus den Feuerwehren des Landkreises können dadurch in den verschiedenen Führungsstellen effizient eingesetzt werden. Durch die Vereinheitlichung der Standorte ist es dann möglich, Personal flexibel dort einzusetzen, wo es gerade am dringendsten benötigt wird – ein entscheidender Vorteil bei lang andauernden Katastrophenlagen, in denen eine Schichtfähigkeit erforderlich wird.

Lehren aus der Vergangenheit

Die Erfahrungen aus den Großschadenslagen und Katastrophenfällen der letzten Jahre haben deutlich gezeigt, wie wichtig Abschnittsführungsstellen in den Führungsstrukturen des Landkreises sind. Die AFüSt fungieren als Bindeglied zwischen den kommunalen Führungsstellen und der Katastrophenschutzbehörde im Landratsamt.

Mit dieser Investition in Technik, Ausstattung und Ausbildung stellen der Landkreis und die Kreisbrandinspektion sicher, dass die ehrenamtlichen Helfer draußen an den Einsatzstellen auch bei komplexen Lagen auf professionelle rückwertige Führungsunterstützung vertrauen können.